
Das Aufkommen von KI-generierten Suchergebnissen setzt die Suchmaschinenoptimierung (SEO) unter Druck. Neue Funktionen wie Googles „AI Overviews“ und Anwendungen auf Plattformen wie ChatGPT und Perplexity führen zu Veränderungen sowohl im Nutzerverhalten als auch in der Online-Sichtbarkeit. Dennoch bleibt der organische Traffic über traditionelle Suchergebnisse vorerst die größte Quelle für Website-Besuche.
Dies geht aus aktuellen Datenanalysen unter anderem von Semrush hervor, die zeigen, dass KI-Übersichten vor allem bei informativen Suchanfragen auftreten. Fast 90 Prozent der Suchbegriffe, bei denen KI-Ergebnisse erscheinen, betreffen „Top-of-Funnel“-Inhalte: Definitionen, Vergleiche und häufig gestellte Fragen. Unternehmen, die sich mit ihrer Content-Strategie auf solche Keywords konzentrieren, laufen daher Gefahr, an Sichtbarkeit einzubüßen.
SEO ist nach wie vor aktuell, aber die Rahmenbedingungen ändern sich
Auch wenn KI derzeit die Diskussion dominiert, lautet das Fazit, dass traditionelles SEO nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist. Nach jüngsten Schätzungen generiert Google dreimal so viel Traffic wie KI-Chatbots. Es ist nicht zu erwarten, dass sich daran kurzfristig etwas ändern wird.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Unternehmen untätig bleiben können. Die Sichtbarkeit in KI-Ergebnissen hängt offenbar eng mit den bestehenden organischen Rankings zusammen. Inhalte, die bereits unter den Top 10 bei Google zu finden sind, werden relativ häufig in KI-Übersichten übernommen.
„SEO und KI sind keine Gegensätze. Sie verstärken sich gegenseitig, sofern die Strategie entsprechend angepasst wird“, so die Analyse von TMC Media. „Wer heute in inhaltliche Autorität investiert, erhöht seine Chancen, morgen sowohl in traditionellen als auch in KI-Suchergebnissen sichtbar zu bleiben.“
Tools für die KI-Transparenz
Für Unternehmen, die wissen möchten, wie sie in KI-Suchmaschinen abschneiden, bieten Tools wie Semrush Einblicke. Das KI-Toolkit der Plattform zeigt, in welchem Umfang eine Marke in den Antworten von KI-Systemen erwähnt wird und ob diese Erwähnungen positiv sind. Auch lässt sich ermitteln, inwieweit Suchbegriffe KI-Übersichten auslösen.
Für B2B-Marketingfachleute bedeutet dies, dass sich die Messlatte verschoben hat. Während früher Platzierungen auf Seite 1 von Google die Norm waren, geht es nun darum zu analysieren, ob Inhalte überhaupt noch in der Benutzeroberfläche der KI-Engine angezeigt werden.
Vertrauen als Wettbewerbsvorteil
Der strategische Einsatz von SEO verlagert sich damit vom reinen Ranking hin zu einer auf Vertrauen basierenden Positionierung. In Googles Bewertungsmodell E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) liegt die Grundlage für die Sichtbarkeit im Zeitalter der KI.
Vor allem B2B-Unternehmen können davon profitieren. Thought Leadership, Whitepaper und fachliche Kompetenz sind typische Instrumente, mit denen sie ihre Markenautorität ausbauen können. Gleichzeitig erfordert dies strukturelle Investitionen in die Content-Entwicklung, Markenkonsistenz und analytische Einblicke in das Suchverhalten.
Ein doppelter Einsatz ist erforderlich
Das Aufkommen von KI-Suchergebnissen zwingt Unternehmen dazu, ihre digitale Strategie zu überdenken. SEO bleibt unverzichtbar, allerdings nur, wenn es durch eine KI-orientierte Content-Optimierung ergänzt wird. Unternehmen, die auf Qualität, Autorität und messbare Sichtbarkeit setzen, werden ihre Position behalten oder sogar stärken.
Die zentrale Frage ist nicht, ob SEO noch relevant ist, sondern wie es sich in einem KI-gesteuerten Kontext entwickelt. Die Antworten liegen, wie schon zuvor, in Daten, Strategie und Vertrauen.
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